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Komitee
Beistand für Tiere
Bank Slaski S.A. O/Tychy
IBAN:
PL 91 10501399 1000002209982426
BIC(SWIFT): INGBPLPW
Postfach 79
43-100 Tychy
Polen |
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Hier, in der Herberge, fehlt ihnen nichts. Ein
wahres Paradis auf der Erde. Sie haben hier ihre Freunde,
Futter, taegliche "Streicheleinheiten", eigenen Platz im
Stall, einen Wiesenfleck und die Garantie, dass ihr Leben
hier ruhig zu Ende gehen wird. Aber obwohl ihre Wunden durch
die sorgfaeltige Pflege endlich heilen und eine
tieraerztliche Operation ihnen die
Fortbewegungsmoeglichkeiten wiedergibt, bleiben sie schon
fuer immer anders als vorher. Pferde, die aus den
Schlachttransporten gerettet wurden.
Zu
einem Pferd aus dem Schlachttransport kann sein Alptraum aus
der Vergangenheit in einem voellig unerwarteten Moment
zurueckkommen. Lucky ergriff er wieder, wenn er in unseren
Anhaenger geladen wurde. Er ging gehorsam hinein, wie immer,
dann aber fuellte sich der kleine Raum auf den Radern
ploetzlich mit Blut, Kot und erschrockenem Atem der in dem
Fahrzeug zusammengepferchten Tiere. Er vergass, dass daneben
sein Freund steht und begann hysterisch und nervoes zu
zittern.
Luckys groesste Liebe und sein ganzer
Lebenssinn ist seit seiner Ankunft in die Herberge Batuta.
Er verliebte sich in sie ab dem ersten Augenblick,
leidenschaftlich, eifersuechtig. Er ist neidisch sogar auf
die pflegenden Haende der Menschen. Sie bilden ein
harmonisches Paar : ein Wallach mit boeser Vergangenheit und
eine Stute, die auch viel durchhalten musste. Er ist fast
zwanzig, sieht aber beinahe nach vierzig aus - er war durch
seinen Eigentuemer geschlagen, hatte verfaulte Hufe mit
vielen Rissen. Sie wiederum war eine Zuchtstute in einer der
bekanntesten polnischen Pferdezuechtereien, bis sie an
Asthma erkrankt ist. Dann wurde sie entbehrlich, das Urteil
lautete somit "Schlachthof! ". Sogar die Tatsache, dass sie
vorher zwoelf schoene Fohlen mit
Abstammungsurkunden geboren hat, war hier
kein mildernder Umstand.
In der "Herberge Rettung", die durch die Volontarier
gefuehrt wird, wohnen heute 35 Pferde : Batuta, Sam,
¦nieżynka, Figa, Mona, Kuba, Kostek, Odra, Dinci, Sajra,
Gala, Balbina, Oscar, Viktor, Myszka, Kolumb, Gryfka, Wanda,
Hawana, Kara, Arlan, Brandon, Boomlight, Feliks, Sedum,
B±bel, Tina, Kaszmir, Toronto, Yours, Megan, Daktyl, Bajka,
Fortek
Der Todespreis betraegt ca. 3-4 Tsd.
Zloty (ca. 800 bis 1 Tsd. Euro). Soviel zahlen fuer 600-700
kg "Schlachtfleisch" die Italiener - die Hauptabnehmer der
aus Polen nach Westen exportierten Pferde. Im Jahre 2001
wurden dorthin fast 40 Tsd. Pferde verkauft. Der Lebenspreis
ist nicht mehr so hoch - die aus den Transporten abgekauften
Tiere kosten im Duchschnitt einige Hundert Zloty, die Kosten
der langwierigen Heilungstherapien ueberschreiten jedoch oft
ihren "Handelswert". Das Leben der Odra - einer
fuenfzehnjaehrigen Stute aus der Rasse "kleines polnisches
Pferd" wurde fuer 700 Zl geschartzt. Sie wurde zum
Schlachten bestimmt, wenn sich gezeigt hat, dass sie wegen
Hufentzuendung fuer hypotherapeutische Zwecke unbrauchbar
geworden ist.
Die Zukunft des Karu¶ - eines
dreimonatigen Fohlens war seit seiner Geburt entschieden.
Wegen Gehirnschlag wurde er mit Sehnenkontraktur in vorderen
Beinen geboren. Das Fortbewegen fiel ihm schwer, er stuerzte
staendig um. Deswegen wurde er als fehlerhafte Ware durch
die Haendler nur auf 200 Zl geschaetzt. Auch die Bemuehungen
seiner Eigentuemer, die versuchten, ihn noch zu maesten, um
einen hoeheren Preis zu erzielen, schlugen fehl. Wuerde er
auf dem Pferdemarkt in Bodzentyn durch die Menschen aus
unserer Organisation nicht entdeckt, waere er mit Sicherheit
in einem Pferdetransport nach Italien gebracht. Dank der
Organisation konnte das Fohlen, statt mit Schmerzen und
Entsetzen sterben zu muessen, noch einen Monat lang leben.
Er wurde operiert, starb jedoch zwei Tage danach, umgeben
mit pflegender Liebe seiner menschlichen Freunde. Wegen
Maesten waren auch sein Herz und seine Lunge deformiert.
Nadzieja (Hoffnung) - eine Stute mit
sportlicher Vergangenheit, die im Juni vorigen Jahres aus
einer der polnischen Umschlagstellen gerettet wurde, hatte
eine leichte Parese im hinteren Bein infolge eines Unfalls
und Beckenbruches. Fuer den Schicksal von Mystic, der ueber
zehn Jahre als "Freizeitpferd" gearbeitet, aber auch im
Gespannsport gute Ergebnisse erzielt hat, war eine schwere
Hufkrankheit entscheidend. Diese Krankheit hat er sich aus
Verschulden des Menschen zugezogen, der ihn ueberlastete.
Bei Urbanek wiederum - der aehnlich wie Nadzieja aus der
Todes-Warteschlange abgekauft wurde, waren die
vernachlaessigten Krankheiten so schwer (Anaemie,
Nierenkrankheit und Muskelparese), dass er nicht mehr
gerettet werden konnte. Fuer den mehr als zwanzigjaehrigen
Schimmel Węgielek, der direkt von der Strasse in Zabrze (Oberschlesien)
geholt wurde, wo er erschoepft und mit wunden Seiten lag, da
er nicht mehr in der Lage war, den ueberlasteten Kohlenwagen weiterzuziehen,
ist die Hilfe im letzten Moment gekommen. Sein Eingentuemer,
dem Węgielek auf Anweisung des Buergermeisters von Zabrze
weggenommen wurde, sagte uns, dass das Pferd frueher in
einer Kohlengrube als Zugpferd gearbeitet hat.
Frei von schlechten Erinnerungen ist
bei uns nur Toronto - geboren schon als freies Pferd - ein
Sohn der zehnjaehrigen Figa, die bereits schwanger bei uns
nach der gelungenen Rettungsaktion von 50 Pferden aus dem
Ueberschwemmungsgebiet von Warta bei Słońsk erschienen ist.
Mitglieder unserer Organisation sind nach Słońsk gekommen,
um moeglichst viele Pferde abzukaufen. Es wurden jedoch nur
2 gekauft - fuer mehr hat uns das Geld nicht gereicht; der
Rest ist wahrscheinlich sowieso in den Schlachthof geschickt
worden - sie waren ja "dazu gezuechtet". Im Gegensatz zu
seiner scheuen Mutter, deren Misstrauen wir lange
ueberwinden mussten, da sie nicht nur an die Pflege oder
Hufausraeumen, sondern auch an Hafer und Moehren gewoehnt
werden musste, ist Toronto sehr offen, temperamentvoll und
moechte mit allen anderen Bewohnern unserer Herberge spielen.
Am meisten hat er den "Opa" Węgielek lieb.
Zusammen mit Figa ist in unsere Herberge auch ihr
Sohn - Brandon gekommen. Genauso wild wie seine Mutter,
wollte er sie um jeden Preis vor den Menschen schuetzen.
Gewohnt an die Flueche und Peitschenschlaege wollte er nicht
glauben, dass sich hinter dem Streicheln und den netten
Worten nicht boeses versteckt. Nach einigen Wochen in der
Herberge ist er ruhiger und fuegsamer geworden. Jetzt bittet
er selber um seine Streicheleinheiten.
Brandon und Figa sind dem Schlachthof
entgangen. Nicht jedes Pferd hatte so viel Glueck. Wenn die
Mitglieder unserer Organisation die ersten Pferde abkauften
- Tyszek und Kasztan, wollten sie zureckkommen und noch das
dritte Pferd abholen, fuer das ihnen damals das Geld nicht
gereicht hat. Wenn sie das Geld zusammengerafft haben und
wieder im Stahl erschienen sind, war der Stall schon leer.
Der betruegerische Vermittler hat sein Wort nicht gehalten -
ein Tag vor dem vereinbarten Termin ist das Fohlen mit einem
Transport nach Sardinien gefahren.
Die Pferdezuechter waehlen ihre Tiere
nach dem Grundsatz : jung, gesund und schoen aus. In der
Herberge sieht das anders aus. Die groessten Asylchancen haben
die behinderten Pferde : mit gebrochenen Beinen, die schon
in dem Transport zum Schlachthof umgekommen waeren, solche,
die alt und krank sind.
Neben den Pferden hat in unserer
Herberge auch der Kater Łapek sein Zuhause gefunden - ein
Tier, dem waehrend der Feldarbeiten drei Pfoten mit einer
Sense abgeschnitten wurden. Er wurde dann auf einen
Misthaufen geworfen, ist aber nicht gestorben. Hat sich
irgendwo versteckt und nach zwei Monaten wieder auf die Welt
ausgekrochen. Er ist nach Hause zurueckgekommen, wurde aber
rausgeschmissen. Unsere Volontarier, die ihn an einer
Strasse gefunden haben, als sie sahen, wie er schwaenzelt
und kriecht, indem er ums Leben bittet, haben auf die erste
Absicht verzichtet, seine Leiden durch Einschlaefern beim
Tierarzt beenden zu lassen. Sie haben fuer ihn ein neues
Heim in Katowice gefunden, wo er trotz Behinderung zum
Fuehrer der ganzen Schar von Hauskatzen wurde.
Wir hatten bei uns in der Herberge
auch Łatek gehabt - einen Hund, der als Welpen von einem
Schlepper ueberfahren wurde. Er hatte gebrochenen Becken,
somit haben ihn seine Eigetuemer rausgeworfen, indem sie
gehofft haben, dass er schnell stirbt. Obwohl seit diesen
Ereignissen bereits fuenf Jahre vergangen sind, lauft Łatek
immer wieder weg, wenn er nur Motorgeraeusche hoert. Aus dem
mehrwoechigen Kampf ums Ueberleben ist ihm die Neigung zum
Eingraben eines Teils seines Futters geblieben. Aber auch
sein Schicksal hat sich zum Besseren gewendet - er hat
jetzt ein schoenes Zuhause und gute Eigentuemer.
Ihr eigenes Zimmer haben bei uns auch die Katzen,
die in einem der Versuchsinstitute in der Gegend geboren und
fuer medizinische Versuche gezuechtet waren. Es hat sich
auch Platz fuer zwei kleine Ziegenboeckchen gefunden, die
eine Hauptattraktion bei einem gewissen Lagerfeuer sein
sollten, fuer einige Kaninchen, die zu Pasteten verarbeiten
werden sollten sowie fuer zwei Mastschweine und eine Kuh.

Die Herberge "Rettung" ist kein normaler Ort. Kein
Mensch schlaegt hier die Tiere, keiner drueckt sie in die
Kaefige, keiner sticht mit einem Schraubenzieher in die
Augen, keiner betaeubt mit Alkohol. Kein Mensch isst hier
Fleisch. Es ist ein Haus der Tiere. Alles steht hier auf dem
Kopf : die Zeit der Menschen ist der der Tieren
untergeordnet, die Hausgeraete sind an die Beduerfnisse der
Tiere angepasst, die Tiere leben in einer Harmonie. Die
Hunde schlafen an die Katzen gedrueckt, die Boecke neben dem
Schwein, die Pferde kommen an fremde Menschen heran und
lassen sich streicheln. Als ob sie vergessen wollten, was oft
das Wort "Mensch" fuer sie bedeutet.
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